KLEINE SUMMER UND GROSSE BRUMMER FLIEGEN GEMEINSAM.

Die Robinien sind verblüht und die Wanderbienen sind am 19. Juli aus dem HESSISCHEN RIED BEI NAUHEIM wieder weitergezogen. Nun steht der rote Bienenwagen mit den drei Völkern im Mönchbruch südlich des Frankfurter Flughafens. Hier, in unmittelbarer Nähe des ehemaligen Jagdschlosses, fühlen sich unsere Bienen derzeit richtig wohl. Das zweitgrößte Naturschutzgebiet in Hessen bietet alles, was die fleißigen Sammlerinnen jetzt brauchen.

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BLÜTEN, WILDKRÄUTER UND HONIGTAU.

Das weitläufige und artenreiche Offenland der Mönchbruchwiesen bietet  nicht nur eine vielfältige Auswahl an Wiesenkräutern. Von den alten Alleen, die mit der Anlage des Jagdgebiets und dem Schloss ab ca. 1730 angepflanzt wurden, blühen noch bis Mitte Juli die Linden. Zusätzlich gibt es in den großen angrenzenden Wäldern noch reichlich Honigtau, so dass den Bienen bei ihrer täglichen Arbeit ganz sicher nicht langweilig wird.

Im Feuchtgebiet Mönchbruch sind rund 540 Pflanzenarten nachgewiesen worden. Allein 60 davon gelten als bedrohte Arten. So bieten die Wiesen und Wälder auch vielen Tierarten einen idealen Lebens- und Schutzraum. Dies kommt natürlich nicht von ungefähr – nicht nur, dass das eigentliche Naturschutzgebiet schon bald 1.000 ha groß ist, es ist auch Teil eines 4.000 ha großen Natura 2000-Landschaftsschutzgebiets. Die ausgedehnten Wälder zählen darüber hinaus zum größten geschlossenen Waldgebiet der Region. Es zieht sich vom Mönchbruch, über den Wildbann Dreieich bis zum Frankfurter Stadtwald.

SIND BIENEN EIGENTLICH TAUB?

Das alles kann natürlich nicht darüber hinweg täuschen, dass der Mönchbruch auch eine klassische Landschaft des Regionalparks ist - eine Landschaft der Kontraste: Auf der einen Seite steht die wild-romantische Landschaft wie aus dem Bilderbuch – sogar Caspar David Friedrich hätte am aufsteigenden Morgennebel, grasenden Rotwild und dem sich in die Wiesen duckenden Jagdschloß seine wahre Freude gehabt. Auf der anderen Seite donnern, bei entsprechender Wind-und Wetterlage im Minutentakt, die Flieger von der Startbahn West aus direkt über den Mönchbruch hinweg. Was für Ausflügler schon mal unangenehm laut werden kann, stresst unsere Bienen aber – soweit bekannt – nicht. Auch wenn sie natürlich nicht taub sind, so findet die Kommunikation untereinander vor allem über Bewegungsmuster statt. Dabei handelt es sich um die sogenannten Bienentänze, die den Bienen zur Weitergabe wichtiger Informationen über Art und Ort von Nahrungsquellen dienen.

SPÄTSOMMERLICHE SPEZIALITÄTEN

Eine Besonderheit werden unsere Wanderbienen aber leider verpassen. Im Spätsommer bietet die Heidelandschaft entlang der Hochspannungsleitungen westlich der Startbahn West eine weitere abwechslungsreiche Nahrungsquelle. Der daraus gewonnene Honig hat ein kräftiges Aroma und eine geleeartige Konsistenz, die von einem hohen Gehalt an Eiweißverbindungen herrührt. Aber da sind unsere Bienen schon wieder weitergezogen …

STANDORTINFO

Vom 19. Juli bis Ende August

Naturschutzgebiet Mönchbruch
Jagdschloß Mönchbruch
Mönchbruch 1
64546 Mörfelden-Walldorf

Der Wagen befindet sich in der näheren Umgebung.

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