WENN DER SPARGEL SCHIESST.

Von der höchsten Erhebung des Kreises Groß-Gerau, dem OBERWALDBERG (145m) sind unsere Bienen vor ein paar Tagen in die weitläufige Ebene des Hessischen Rieds umgezogen. Hier gibt es für sie ganz unterschiedliche Nahrungsquellen.

BUNTE MELANGE STATT SORTENREINER DELIKATESSE

Für den Regionalpark Honig bedeutet das allerdings, dass wir wohl eine bunte Melange aus allerlei unterschiedlichem Nektar ernten werden. Aber wieso? Ist das Ried ist doch vor allem für den Spargelanbau bekannt, dürften wir uns doch eigentlich auf den allseits gepriesenen und raren Spargelhonig freuen? Noch dazu blüht dieser erst spät, da die Landwirte erst nach dem Johannistag am 24. Juni aufhören, Spargel zu stechen. Erst danach beginnen die Pflanzen durchzuwachsen. Sobald er blüht, bietet der Spargel in der freien Natur außerordentlich viel Nektar und Pollen. Doch für den kommerziellen Spargelanbau werden  nur männliche Spargelpflanzen verwendet, die vorwiegend Pollen produzieren. Dieser ist zwar eine wichtige Eiweißnahrung für die Bienen wird aber nicht, wie Nektar oder Honigtau, zu Honig verarbeitet.

Doch die überraschend vielseitige Landschaft bietet noch genug andere Nektarquellen. So zum Beispiel die Fenchelfelder eines nach biologischen Richtlinien arbeitenden Erzeugers für Gewürz- und Medizinpflanzen. Die drei Kilometer entfernt liegenden Felder befinden sich durchaus noch im Flugradius unserer Bienen. Näher haben sie es natürlich in den angrenzenden Wald. Hier finden unsere Bienen im Spätsommer eine reichliche Ernte des Honigtaus. Ihre Kollegen und Kolleginnen im ARBORETUM dürfen die Vorzüge dieses Produkts ja auch schon seit ein paar Tagen geniessen. Nicht zu unterschätzen sind auch die Sommerblumen der Streuobstwiesen und Wegränder, die noch lange vielseitige Nektaralternativen bieten

DER SEICHBÖHL – EINE SCHÜTZENSWERTE UND ALTE KULTURLANDSCHAFT

Unsere Wanderschaft findet bei seiner zweiten Station dieser Saison also eine sehr abwechslungsreiche Landschaft vor – auch wenn diese auf den ersten Blick ausschließlich vom Spargel- und Gemüseanbau geprägt zu sein scheint. Tatsächlich ist es so, dass der Seichböhl, wie man die Gegend westlich von Nauheim und der Mainzer Landstraße nennt, ganz typisch für vom Menschen geprägte Kulturlandschaften ist. Bereits vor hundert Jahren begann hier der Anbau von Obstbäumen. Zwischen den meist sehr kleinen und schmalen Parzellen finden sich heute entsprechend kleine Spargel-, Gemüse- sowie einige Getreidefelder. Mit dem angrenzenden Wald entsteht ein facettenreiches Mosaik unterschiedlichster Strukturen. Beste Voraussetzungen für eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt. 

Aus diesem Grund ist der Seichböhl auch eine geschützte Landschaft, die als Vogelschutz- und NATURA 2000-Gebiet ausgewiesen ist. Da hier mit dem Wiedhopf eine äußerst seltene Vogelart vorkommt, wurde dieser Abschnitt der Regionalpark Rundroute aus Naturschutzgründen nicht befestigt und schlängelt sich als sandiger Feldweg durch die Streuobstwiesen und Felder. Weiter südlich gibt es eine umfahrende befestigte Alternativstrecke für Radfahrer.

Der rote Bienenwagen steht direkt am Waldrand in der Nähe der Gruppe weißer Sitzkiesel. Schlagen Sie hier doch mal ein gemütliches Picknicklager auf und beobachten Sie in aller Ruhe die Bienen bei der Arbeit. Im Spätsommer machen diese sich dann auf einen langen Weg fast ans andere Ende der Regionalpark Rundroute: zur HOHEN STRASSE bei Niederdorfelden. Eins ist dabei schonmal sicher – die einladenden Sitzkiesel gibt es auch da.

STANDORTINFO

Vom 14. Juli bis 8. August 2016

Seichböhl
an der L 3482
64569 Nauheim


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